Arbeit, Angst, Ananas.

Dieser Artikel hat nichts mit Ananas (was ist die Mehrzahl?) zu tun – mir ist einfach kein dritter Begriff mit A eingefallen, der die Aufreihung nicht allzu negativ gestaltet. Abgesang? Arschlöcher? Aufgeben? Anstrengung? Seht ihr, will ja niemand lesen. Trotzdem verleitet mich ein eher negatives Gefühl zu diesem Artikel. Die Angst bei der Arbeit. Die Angst vor der Arbeit. Die Angst während der Arbeit. Nun wird sich mancher Fragen: Wovor Angst haben? Alles easy. Nein, easy finde ich es zumeist nicht. Ich bin nun 30 und erlebe es bei mir sowie bei meinen Freund*innen, dass (auch trotz guter Schul- und Ausbildungsabschlüsse) keine Garantie für eine zufriedenstellende und sicher bezahlte Anstellung vorherrscht. Und selbst wenn man eine hat, gilt es trotzdem flexibel zu bleiben, vielleicht nebenbei noch Projekte zu starten, ins Ausland zu gehen, auch mit befristeten Verträgen zu arbeiten, trotz Kind einen Vollzeitjob zu stemmen und möglichst viel auf einmal zu schaffen. Arbeit, Angst, Ananas. weiterlesen

Period Pain and Intestinal Fun

Meine Verdauung ist ein Idiot. Also auch wenn man den Darm das zweite Gehirn nennt, habe ich das Gefühl, meiner hat sie nicht mehr alle. Ständig habe ich Blähungen, Schmerzen, dann wieder nichts und alles wieder von vorne. Yay! Nach hundert frustrierenden Ärzt*innenbesuchen, ist es irgendwie besser als noch vor ein paar Monaten, aber warum weiß ich auch nicht. Trotzdem ist mir beim Schreiben meiner äußerst spannenden Darmtagebücher aufgefallen, dass meine Verdauung meistens (noch mehr) spinnt, wenn ich meine Periode habe. Period Pain and Intestinal Fun weiterlesen

Tinder, Consent und Schlabberohren.

Es ist 2016, ich bin neu in der Stadt, kenne ein paar Leute, aber noch nicht genug und bin Single. Tinder scheint also eine ganz gute Option momentan, um ein paar Leute kennenzulernen. Habe ich vorher auch schon gemacht. War ganz witzig- und ganz anstrengend! Aber neue Stadt, neuer Versuch! Let’s see.  Tinder, Consent und Schlabberohren. weiterlesen

Romantic Love. Gedanken zu Oblomow.

(Ich habe in diesem Artikel auf das Gender* verzichtet, da es vor allem um die Betrachtung einer Cis-Beziehung innerhalb gesellschaftlich heteronormativ gesetzter Normen geht- trotzdem soll natürlich niemand ausgeschlossen sein vorab darauf aufmerksam gemacht werden, dass das Geschlechttrotzdem als Konstrukt gesehen wird .)

Wenn ich an meine Jugend und damit an die letzte langjährige Beziehung meiner Mutter denke, fällt mir vor allem ein Bild ein. Ein Mann auf seiner Couch, ein Fernseher, Essen um die Couch verteilt und wüste Beschimpfungen. Mein Mitbewohner, dem ich letztens davon erzählte, erinnerte dies an Iwan A. Gontscharows Roman Oblomow, eine Erzählung über einen russischen Adligen, der faul, resigniert und verzweifelt auf seinem Bett liegt und das angrenzende Gut verfallen lässt bis die Kühe davonlaufen. Dass meine Mutter und ihr Freund (nennen wir ihn nun auch einfach Oblomow) gemeinsam einen Pferdehof führten, den meine Mutter mit Lohnarbeit finanzierte und um den sich Oblomov derweil kümmern sollte, macht das Bild nur noch passender. Wie im Roman kümmerte sich auch mein Oblomow immer weniger um den Hof, ließ den Putz von der Wand blättern und wendete sich immer weiter seiner Couch und somit seiner Depression und seinem ewigen Lamentieren über den Verlust seines Lebens zu. (Keine Sorge, alle Pferde sind noch da.) Psychiatrische Hilfe wies er ab, mit dem Verweis, dass keine Psychiater*in ihm etwas sagen könne, was er nicht eh schon wüsste und sich bereits angelesen hätte. Genie und Intelligenz machen eben traurig. Romantic Love. Gedanken zu Oblomow. weiterlesen