Kritische Männlichkeit, Dating und Scheiße

Ok, ich gebe es zu. Ich date zumeist hetero Cis Männer. Also Männer, denen bei Geburt „Mann“ zugeordnet wurde und die sich auch so identifizieren und hetero „Beziehungen“ leben. „Beziehungen“ in Anführungszeichen, da die meisten keine Beziehungen wollen, sondern jemanden der irgendwie da ist und sich kümmert und mit dem es eine Art Geborgenheit gibt, es gleichzeitig aber nicht allzu viel Verbindlichkeit geben darf, weil „HILFE“, das bedeutet ja Verantwortung und das kann man nicht, weil Baum. Naja, eigentlich, weil man das nicht gelernt hat und irgendwie keinen Zugang zu seinen Gefühlen hat und als Junge blöd sozialisiert wurde. Geschenkt. Stimmt nämlich. Wenn Mann jetzt aber über 30 ist, sehe ich das langsam nicht mehr ein. Check deine Männlichkeit! Du bist erwachsen, du hattest genug Zeit dazu.

 

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Religion und Feminismus ?!

Ich bin nicht religiös aufgewachsen. Ich bin nicht getauft. Ich hatte immer Skepsis gegenüber der Kirche und habe mich mit dem, was ich unter Religion verstehe nie wohl gefühlt. Aber gerade deshalb hat es mich schon immer interessiert, wie andere das nicht haben können. Wie sie glauben, warum sie glauben. Wie Glauben etwas Schönes sein kann. Was überhaupt Glaube ist, was Religion, was Kirche etc. und wie sich das unterscheidet – denkt man Feminismus intersektional, ist es wichtig anzuerkennen, dass Feminismus für alle FLINT* (Frauen!, Lesben, Trans, Inter *) bzw. alle Menschen ist. Dass diese Menschen verschiedene aufgewachsen sind und in unterschiedlichen Kontexten nach Feminismen suchen – dass wir diese Kontexte anerkennen müssen. Auch wenn viele religiöse Systeme eine ganze Menge patriarchale Kackscheiße mit sich bringen, würde ich mir eine befreite Gesellschaft doch so vorstellen, dass es eben keine Staatsreligion gibt, keine Missionierung, aber die Freiheit nebeneinander und miteinander unterschiedliche Glaubens sein zu können. Da ich aber nicht weiß, wie Menschen mit ihrem Glauben umgehen, wie sie darin feministisch sind und nicht für andere sprechen kann, habe ich mich mal wieder an ein paar Interviews mit verschiedenen Menschen gewagt.. den ersten Teil habe ich bearbeitet und die anderen Interviews folgen 🙂 Here you go:

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Ein kurzer Rant!

Die gute Frau Schröter hat vor einiger Zeit eine Konferenz zum Thema Kopftuch organisiert. Nun gibt sie ein Interview in der taz, das den angeblichen Kampf, der jungen gegen die alten Feminist*innen (die alten benutzen das * nicht, oder?) voran treibt – die Jungen (nicht Jungen, sondern jungen Feminist*innen), das bin wohl auch ich, stellen sich gegen Alice Schwarzer. Warum? Weil sie es sich traut, offen über “den Islam” zu sprechen. Das sagt zumindest Schröter- und die Alice, die sagt es auch. Aber eh, nein. Das ist nicht der Grund. Der Grund ist, dass beide fleißig ihre Rassismen hegen und sich weigern, diese zu hinterfragen. Ah und, dass sich beide wohl mit den Umständen in diesem Land abgefunden haben. Dass sie das Patriarchat nicht mehr so schlimm finden, denn:

Nach 150 Jahren Frauenbewegung und der Etablierung der postkolonialen Theorie an den Universitäten haben sich die Machtverhältnisse fundamental geändert. In einigen Bereich dominieren Männer zwar noch, doch in anderen herrscht Gleichberechtigung und in wieder anderen lässt sich sogar eine Benachteiligung von Männern feststellen ­– wenn sie etwa bei Einstellungen per se ausgeschlossen werden oder nicht an Mentoringprogrammen partizipieren. Wir leben außerdem nicht mehr in Zeiten, in denen Rassismus salonfähig war. Was mich aber an der Figur des „alten weißen Mannes“ am meisten stört, ist die Stigmatisierung von Personen aufgrund von Dingen, die unveränderbar und der Person inhärent sind: Geschlecht, Alter und Hautfarbe. Das ist definitiv ein Merkmal des Rassismus.” (Schröter, taz)

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Das melancholische Mädchen.

Ich habe eine Anfrage bekommen, ob ich etwas über den Film „Das melancholische Mädchen“ schreiben möchte. Dass hat bei mir (jaja, schon wieder) eine innere Debatte darüber ausgelöst, ob und wie ich nun Werbung manchen will. Dazu habe ich nun zum Glück auch ein paar mehr Gedanken und konkrete Ideen für diesen Blog. Auch durch den Austausch mit der Regisseurin Susanne Heinrich, mit der ich im Folgenden ein Interview zu ihrem Film gemacht habe. Zur Transparenz: Es gab kein Geld und ich mache es als Support für einen Film und ihre Macher!nnen. Und auch, weil ich denke, dass der Film ein paar Leuten da draußen gefallen wird 🙂 Gerne hätte ich einige Fragen und Debatten noch vertieft, aber dies ist per Mail leider nicht ganz leicht. Trotzdem hoffe ich, dass sie verschiedene Denkprozesse anstoßen können.

Aber nun zum Interview mit Susanne:

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Like a Virgin!?

Bevor ich mich an den Artikel zum nicht vorhandenen Jungfernhäutchen setze, frage ich mich erstmal eins:

Jungfräulichkeit, was ist das eigentlich und woher kommt die Idee?

Das Wort Jungfrau stammt aus dem mittelhochdeutschen juncfrou(we) bzw. althochdeutschen juncfrouwa und bezeichnete eine junge Herrin oder ein Edelfräulein. Später wurde daraus allgemein ‘junges, sexuell unberührtes Mädchen’. Als jungfräulich für ‘unberührt, rein, frisch’“ (Wikipedia)

Also ich bin nicht mehr frisch und ihr vielleicht auch nicht. Naja, macht ja nichts- aber eigentlich kann Sex ja auch viel Spaß machen, deshalb frage ich mich schon, warum er eher mit Unreinheit verbunden wird als, sagen wir mal Gärtnern, Handwerken oder Backen? Zudem wird bei jeder Recherche deutlich, dass viele, die heute von Jungfräulichkeit sprechen, schnell das Klischee der bösen, zumeist muslimischen Familie herausgraben, die junge Mädchen! unter Druck setzt, dabei aber wie zufällig die christliche Kirche mit ihrer ewigen Jungfrau Maria oder Britney Spears, die in den USA uns auch hier lange als sexy Jungfrau (oi) vermarktet wurde, vergessen.

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