Da ist doch noch was. Von wegen Liebe und so.

Irgendwie küsst mich momentan niemand, da Quarantäne, aber wenigstens die Muse küsst mich ab und zu. Das will ich gerne nutzen und ein bisschen etwas über meine Beziehungen schreiben und Dating und all den ganzen Kram. Mein Leben lang hab ich mich immer ziemlich dafür nieder gemacht, dass mich diese Themen so interessieren. Dating, Liebe, Beziehungen, Freundschaften. Ich hab den Grund gesucht, warum ich nicht über Biochemie oder etwas klares Sachliches nachdenken kann? Denn das ist doch besser. Emotionales ist doch für das Klischee von irgendwie „Frausein“, oder? Ja, das hab ich immer gedacht, bloß keinem Klischee entsprechen, denn das ist schlecht. Feminst*in sein heißt, stark, unabhängig, cool, tough- dabei weiß ich ja, dass ich das bin, aber eben auch nicht. Dass ich viel weinen und auch traurig sein kann. Aber eben auch sehr fröhlich. Aber ich dachte immer, ich kann nur eins davon sein. Fröhlich und tough z.b. – dann finden die Leute einen cool. Aber naja, in den letzten Jahren und Monaten habe ich rausgefunden (hurrah!) das man sich gar nicht entscheiden muss. Dass fröhlich und traurig sein keine Widersprüche sind, sondern einfach unterschiedliche menschliche Gefühle, die ich in mir vereinen darf. Und dass ich nicht über Biochemie nachdenke, aber über viele Dinge und Politik und allerlei, aber eben auch über Liebe und das das kein Widerspruch ist. Frauen können auch über Marx UND Liebe schreiben.. ok, ich schreibe nicht über Marx, aber ich könnte und alle coolen Dissertations Marx Dudes könnten halt auch eher mal auch über Liebe schreiben und nachdenken. Naja egal. Beim Thema bleiben.

Eh ok, also was hat das jetzt mit Dating, Liebe und sowas zu tun? Ich glaube, das mein Bild von Liebe bzw. das gesellschaftliche mir in meiner Liebe ganz schön geschadet hat. Darüber will ich schreiben. Aber Obacht: Ich bin ja bekanntlich eine Hete (nicht unbedingt freiwillig) und date somit zumeist Cis-Männer (bisher, you never know) und deshalb schreibe ich über diese Erfahrungen. Auch die mit struktureller Männlichkeit (das soll heißen, kein bioloigistischer Quatsch ala Männer haben die und die Chromosomen und können deshalb nicht verbindlich sein oder sie müssen halt jagen, weil eh, wir haben halt Laptops und Drohnen, aber die Steinzeit ist halt noch total präsent), sondern im Sinne von: Wir leben (leider) in einer größtenteils binär (zweigeschlechtlich) eingeteilten Gesellschaft und werden halt in bestimmte Richtungen sozialisiert. Das birgt Probleme. Vor allem für Cis-Männer und für einen selbst, wenn man mit Cis-Männern schlafen und kuscheln und Beziehungen führen will. Natürlich sollte man das alles nicht zu sehr affirmieren, also bejahen, denn dann kommen wir ja nie aus den „Mann“ und „Frau“ Klischees heraus und übergehen immer weiter andere Identitäten, aber gleichzeitig finde ich es wichtig, Strukturen zu benennen, um sie zu verändern. Natürlich kann vieles, das benannt werden soll in allen Beziehungen vorkommen und Verhaltensmuster auch von nicht Cis-Männern angenommen werden. Trotzdem geht es mir um die Bilder und Auswirkungen von männlicher Sozialisation und von Männlichkeit bzw. Verhalten, das sich aus diesem Bild speist.

Immer wenn ich aber etwas kritisches über „Männlichkeit“ poste, schreit ein Instagram Dude: „Ey, ich mach auch schlechte Erfahrungen und leide unter Dating.“ Eh ja, schön, bzw. nicht schön für dich. I am sorry, aber darum gehts halt gerade nicht? Das ist nämlich häufig männliche Fragilität, die erstmal abwehren will, dass man auch etwas falsch machen könnte. Das man auch Opfer ist und nicht Täter. Sorry, überspitzte Wörter. Sagen wir lieber auch „betroffen“. Man will auch gesehen werden. Kann ich verstehen, aber vielleicht nicht jetzt und hier? Vielleicht ist man gerade als Person nicht gemeint? Vielleicht hat man eine gesellschaftlich so privilegierte Stellung, dass man sich kurz mal zurücknehmen kann? Dass man eigenen Orte schafft, in denen man über seine Dating Erfahrungen redet? Das man Frauen und INT* Personen den Raum gibt zu sprechen, ohne zu brüllen? Naja das eine kleine Anmerkung am Rande.

Jetzt geht es aber los mit meinem Liebesleben. Ich habe es euch mal mehr oder weniger chronologisch (ok, eher etwas durcheinander) zusammengefasst:

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