Ich schweige nicht mehr

Dies ist ein Gastbeitrag von Aysa Seen.

Aysa bloggt unter https://pocstories.com/about-2/ sowie @pocstories_ // FotoCredit : Alice Rajasombat

In diesem Bericht geht es um sexualisierte Gewalt. Wenn ihr euch dazu gerade nicht bereit fühlt, lest ihn vielleicht später.

Danke Aysa, für das Teilen deiner Erfahrungen ❤

Ich schweige nicht mehr. Meine traumatische Erfahrung mit Vergewaltigung

Ich hatte es provoziert. Ich habe nichts getan. Es ist meine Schuld. Das hätte ich nie tun dürfen. Diese Sätze haben mich jahrelang verfolgt.

Vergewaltigung ist leider ein soziales Problem, das sich auf alle Gesellschaften auswirkt. 

Laut der Statista-Studie, „im Jahr 2019 wurden auf 100.000 Einwohner in Deutschland 11,4 Fälle von Vergewaltigung, sexueller Nötigung und sexuellem Übergriff im besonders schweren Fall einschließlich mit Todesfolge polizeilich registriert.“ 

Die Zahlen sind nur ein Hinweis, wie viele Menschen schweigen, trauen sich nicht eine Anzeige zu erstatten?

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Über BDSM, Choker, Lingerie, Vanilla und das „sich mit sich selbst wohl fühlen“

Vor einigen Monaten habe ich bereits eine Kooperation mit https://amoreze.com/ gemacht. Das Atelier stellt sehr schöne Bralettes sowie Harnesses, Choker und weitere Accesoires her. Also ist das hier auch etwas Werbung bzw. Support (unbezahlt- habe nur Harness und Bralett geschenkt bekommen und mein erster Influenza Rabattcode: littlefeminist20), aber auch ein spannendes Interview über ihre Arbeit, Körperbilder, Sexualität, Kink, BDSM, Fifty Shades of Grey, toxische Beziehungen, Aneignung usw. Als ich vor einien Monaten ein Bralett mit einem Choker gepostet habe, gab es bei Instagram eine Diskussion, ob dies Aneignung ist. Vor allem wenn man ihn als modisches Assecoire trägt. Ich habe mit den Macherinnen von Amoreze darüber gesprochen und mich gefragt, wie es denn ist, wenn man Dinge erstmal ausprobieren will, sich einer Szene annähert oder ob Tabubruch und Mainstream einer Szene zu Gute kommen können. Natürlich könnt ihr gerne mit diskutieren.

Ich bin auf jedes Mal sehr aufgeregt, etwas von Amoreze anzuprobieren und habe mich noch nie so wohl und schön in etwas gefühlt, das nicht viel bedeckt ❤ Ihre Ansichten zu Sexualität zu lesen fand ich auch sehr spannend, als los gehts:

  1. Wollt ihr euch erstmal kurz vorstellen?

Wir sind Anca und Adelina, zwei Frauen mit rumänischem Familienhintergrund, die in der Großstadt Berlin ihren Träumen nachjagen. Anca ist von Bukarest nach Berlin gezogen, weil sie sich in die Freiheit dieser Stadt, der multikulturellen Hauptstadt Europas, verliebt hat. Berlin ist voll von Offenheit, Kreativität und Wandel. Adelina ist der deutschen Kleinstadt entflohen, um sich dem Wahnsinn der Stadt hinzugeben.Da es keine „Amoreze Boutique“ gibt, verkauften wir schon damals in Berlin gern über kleine persönliche Treffen und so haben wir beide uns kennengelernt.So führte das eine zum Anderen. Mittlerweile sind wir super gute Freundinnen geworden, inspirieren uns gegenseitig und arbeiten gemeinsam an Amoreze. Zusammen designen wir Harness, Choker und Bralettes und fertigen diese vor Ort und von Hand selbstständig her.

Mila Playsuit / https://amoreze.com/collections/elastic-body-harnesses

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Was passiert eigentlich nach sexualiserter Gewalt

TW!

Heute gibt es kein besonders schönes, aber ein wichtiges Thema von dem leider viele Menschen betroffen sind. Auch wenn wir nicht viel darüber sprechen, da es in unserer Gesellschaft scham- sowie schuldbehaftet ist, erleben doch viele sexualiserte Gewalt. Dieser Artikel soll helfen, sich selbst oder andere Betroffene unterstützen zu können, indem man sich informiert was genau nach einem Übergriff passieren kann und wo es welche Hilfen sowie rechtlichen Grundlagen gibt.

Ich halte es für sinnvoll von sexualisierter Gewalt zu sprechen, anstatt von sexueller Gewalt oder von Missbrauch, da Missbrauch impliziert, es gäbe einen richtigen Gebrauch von Menschen und der Begriff sexuell vergisst, dass auch emotionale Gewalt eine Rolle spielt, es nicht immer zu sexuellen Handlugen kommen muss, sondern auch Worte oder ein Umgang mit z.B. Schutzbefohlenen sexualisiert sein kann oder sexuelle Aspekte nicht immer die Hauptmotivation Ausübender sind, sondern auch die generelle Ausführung von Gewalt und Macht. (Sexualisierte Gewalt: gewaltinfo.at)

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NO TERFS ON MY TURF

Heute gibt es mal wieder ein Interview. Dr. Michaela Dudley ist LGBTIQA*-Aktivistin, Feministin, Berlinerin und arbeitet als Kaberettistin, Kolumnistin und Keynote -Rednerin. Ich habe mit ihr über Meinungsfreiheit, J.K. Rowling, Feminismus und Martha P. Johnson gesprochen. Read it, if you like ❤

1. Möchtest Du Dich erstmals vorstellen? 

Ich bin eine Frau ohne Menstruationshintergrund, aber mit Herzblut. In der Regel. Als Berliner trans* Frau mit afroamerikanischen Wurzeln, Jg. 1961, bin ich eine Doktorin der Jurisprudenz (US). Allerdings bin ich anderweitig tätig, und zwar als Kolumnistin, Kabarettistin und Keynote-Rednerin. In meiner Eigenschaft als Kolumnistin schreibe ich für das LGBTQ-Magazin SIEGESSÄULE und für die TAZ, aber auch als Gastredakteurin für MISSY und für den TAGESSPIEGEL. Überdies habe ich eine Kolumne bei VEGANVERLAG.DE. Als Kabarettistin bringe ich ich mein Programm „EINE EINGEFLEISCHT VEGANE DOMINA ZIEHT VOM LEDER“ normalerweise über die Kleinstkunstbühnen. Es ist eine „sadomaßlose“ Sozialsatire mit eigenen Chansons. Seit der ernstzunehmenden Corona-Krise bin ich überhaupt froh, einige Fernsehauftritte absolvieren zu können. Zudem referiere ich über Diversity und berate diesbezüglich Unternehmen wie die Deutsche Bahn und den Mitteldeutschen Rundfunk.

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Black Solidarity Cologne. Ein Interview.

Gerne möchte ich meine Plattform teilen und verschiedene Perspektiven sichtbar machen. Heute gibt es deshalb ein Interview mit @blacksolidaritycologne ❤

Wollt ihr euch kurz vorstellen – euch und eure Initiative/Gruppe/Idee?

Wir sind Quish (she|her) und Zumba (he|his), wir sind beide BPoC und
leben beide in Köln und betreiben das Projekt Black Solidarity Cologne
auf Instagram. Ich (Quish) bin überwiegend für den Inhalt verantwortlich
und Zumba ist mein stiller „Mann“ im Hintergrund der mich unterstützt
wenn ich ihn brauche, er sucht zum die Bilder für unsere Posts aus oder
erstellt Bilder aus meinen Ideen wie bei dem Post über den Begriff
„weiße Minderheit“

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A little flirt guide (for yourself)

Auch wenn mein Therapeut, der zugegebenermaßen einfach aus dem Alter für Online-Dating raus ist, mir jedes Mal sagt, dass das doch alles nicht so schwer sein kann, das mit dem Dating, weil man doch schnell weiß, ob die andere Person eine Beziehung oder Sex will, weiß ich, dass das heutzutage nicht so richtig leicht ist. Also erstens gibt es eine Menge zwischen verbindlicher monogamer Zweierbeziehung und „nur Sex“ und: It`s a jungle out there! Wirklich. Alles geht super schnell, Matches hier und da und auch alles schnell wieder vorbei. Ich persönlich finde es schwierig, da nicht verloren zu gehen. Deshalb mache ich mir regelmäßig Checklisten. Was will ich und wann gehe ich warum auf ein Date?! Da es ja doch einigen Menschen auch so geht, teile ich das ganze heute mal. Vielleicht hilft es ja, vielleicht nicht. Aber schauen wir 🙂

MAX
@maxhellskitchen

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A Little Flirt Guide (for dudes)

Ich war auf vielen Dates. Einige waren sehr schön. Einige so gar nicht. Ich hatte ein paar Beziehungen. Manche waren sehr schön, andere so gar nicht. Die, die nicht schön waren hatten eins gemeinsam: Sexismus! Übergriffigkeit und mackrige Scheiße. Und da wenige Cis-Männer sich von sich aus mit ihrem eigenen Verhalten auseinandersetzen wollen, zumindest nicht auf einer Ebene, die über ein bisschen Theorie-Blabla, ich bin Feminist, mmh, Sexismus schlimm schlimm, ja klar, hinausgeht und wirklich versuchen, sich mit eigenen Verhaltensmustern und Emotionen (!) auseinanderzusetzen, mache ich das mal. Um den Prozess etwas anzukurbeln. Ist nicht meine Aufgabe, aber well.. bisschen Menschen auf Verantwortungen aufmerksam machen, kann ja nicht schaden. Vielleicht haben wir dann alle schönere Dates. Wäre ja was. Deshalb folgt nun ein Flirt-Guide für hetero cis-Männer. Andere dürfen den natürlich auch lesen, aber ich wende mich tatsächlich an cis-Männer, die trans oder cis Frauen (also Frauen, aber vielleicht auch INTA*) daten, also Menschen, die unter Sexismus leiden und eben etwas mit Dudes zu tun haben, datingwise. Auch hier soll gesagt sein, dass jedes beschriebene Verhalten in allen Datingkontexten vorkommen kann, auch wenn es keine Cis-hetero-Personen sind- patriarchal erlernte Verhaltensweisen und neoliberale Autonomiedogmen gibt es überall. Naja. Trotzdem sehe ich die Quelle und die meisten Widerstände gegen Veränderung in männlich erlernten Verhaltensmustern. Könnte übrigens alles etwas wütend werden. I hope you don`t mind. Paar gute Tipps gibt es auch, denke ich 🙂

Also here it comes: A Little Flirt Guide (for dudes) weiterlesen

Was sieht man eigentlich, wenn man nach vorne schaut?

Die Leute sagen viel. Sie sagen, dass man das Alte los lassen soll. Dass man nach vorne schauen muss. Dass nichts Neues kommt, wenn man noch am Alten hängt. Dass man die Hoffnung nie aufgeben soll. Das bessere Dinge kommen werden, als die die zurück liegen. Dass man los lassen muss.

Nun frage ich mich aber, wie macht man das, wenn man Anfang 30 ist, an einer Depression leidet und leider generell einen großen Mangel an Urvertrauen hat, da jaja ihr wisst schon, schwierige Familiengeschichte, Trennungen, Scheidungen, Tod, Weltschmerz. All sowas macht Depressionen. Und die machen es schwer, nach vorne zu sehen. Man sieht da nichts. Ich bin leider auf der Seite der Menschen, die nach dem Motto leben: „You get better and better at everything and then you die.“ Nicht besonders fröhlich, ich weiß. Aber so ist es eben. Ich arbeite an meinem Kopf, an meiner Vergangenheit, an meinen Trennungen, an übergriffigen Tinder Erfahrungen und zerrütteten Freundschaften, an Verlust, an allem. Und es wird besser. Schon. Immer ein bisschen. Freundschaften werden stabiler, der Job ist gut… Aber dann wird es leider wieder schlimm. Denn dann kommt eine Trennung oder ein Streit und das fragile System  kann nicht mehr nach vorne schauen. Nur noch nach hinten- sieht jede Trennung vor dem inneren Auge immer und immer wieder. Da gibt es kein vorne mehr. Da ist alles dunkel und hoffnungslos.

Und dann frage ich mich, was sehen die Menschen, wenn sie nach vorne schauen? Ich versuche, meinen Opa zu sehen. Mein Opa ist 86, er hat sich mit 78 noch mal verliebt und an seinem 80 Geburtstag noch mal geheiratet. So aus Liebe und so. Seine Frau ist übrigens 82, also denkt nichts falsches. Und das war eine schöne Hochzeit. Nicht, dass das das Einzige wäre, das einem Hoffnungen macht. Heiraten. Bäh (dieses bäh schreibe ich übrigens nur um cooler zu wirken. Ich will zwar wirklich nicht heiraten, aber auch wenn es nichts gibt, was der moderne unabhängige Mensch weniger gern hört, bei mir ist es so: Ich will einfach nur jemanden der*die mich liebt. Für immer! So jetzt ist es raus. Plopp, gesagt.) Was sieht man eigentlich, wenn man nach vorne schaut? weiterlesen

Internalisierte Misogynie

Hä? Was ist das? Ich sag es mal so: Es ist der die Ablehnung von Frauen!/weiblich identifizierten Menschen/weiblich gelesenen Menschen gegen Dinge, die in unserer Gesellschaft als „weiblich!“ gedeutet werden. Hier ein paar Beispiele: romantische Filme, Sehnsucht, Gefühle, Rosa, Pferde, Schminke, nackte Haut, kurze Röcke, rote Lippen, Rundungen, zunehmen, abnehmen, Schüchternheit, romantische Wünsche, hohe Schuhe, Weinen, Unsicherheit, nicht Autofahren wollen oder können, Weichheit usw. usw. Natürlich ist das alles nichts, was irgendwie wirklich weiblich wäre. Unsere Gesellschaft teilt sich größtenteils immer noch in Mann! und Frau! – und auch wenn viele davon ausgehen, die aufmerksame Leser*in weiß, was wir als „männlich!“ oder „weiblich!“ lesen, ist natürlich gesellschaftlich gemacht und nicht angeboren. Kein Gen bringt mich dazu, Rosa zu mögen oder Pferde cool zu finden (tu ich ja auch gar nicht. Obwohl sie sehr feine seidige Nasen haben. Die sind süß!)

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We need more than Allyship

Allyship meint eine Verbündete* zu sein. Mit Menschen die Diskriminierung erfahren. Allyship meint, die eigenen Priviliegien zu hinterfragen und diese zu nutzen, um Menschen zu unterstützen, um Dinge zu ändern. So erwarte ich zum Beispiel von einem Cis-Mann, dass er sich mit Sexismus und Misogynie auseinandersetzt, dass er nicht übergriffig handelt, dass er vorsichtig und durchdacht, dass er machtkritisch ist. Das versuche ich auch selbst anderen Menschen gegenüber. Wenn sie z.B. von Rassismus, Ableiismus, Transfeindlichkeit etc. betroffen sind. Ich achte auf meine Sprache, ich versuche meine Position zu hinterfragen, ich versuche auf diskriminierende Aussagen zu reagieren, Raum abzugeben. Ich setze mich gegen rassistische Kostüme ein (nicht als Meinungsdiktatur, liebe Feuilleton*isten! Sondern weil es eben human decency ist. Weil man sich nur mal die Geschichte ansehen muss, um zu verstehen), ich versuche Projekte zu unterstützen und Raum abzugeben. Ich kann nichts für meine Hautfarbe. Aber meine Haurfarbe erzählt eine Geschichte und für diese kann ich Verantwortung übernehmen. Kann dafür kämpfen, dass Hautfarbe irgendwann keine Kategorie mehr darstellt.

Momentan aber wird Instagram von Beiträgen über Allyship und White Privilege überflutet. Das finde ich richtig und wichtig. Ich finde es gut, dass das alles im Mainstream ankommt. Trotzdem merke ich, dass es mich beschäftigt, dass es neben race und gender einiges vergessen wird. Z.B. class und politics. Manchmal habe ich den Eindruck, es gibt einen regelrechten Wettbewerb, wer jetzt eigentlich „the best white person“ ist. Wer am meisten fair trade kauft, am meisten für ein lokales Projekt gespendet hat, wer am wenigsten Milchprodukte isst, wer auf den meisten Demos war und wer am besten Rassismus in seinem Umfeld anspricht. We need more than Allyship weiterlesen