Über Fehl- oder Verlustgeburten

Das erste Mal habe ich von Fehl- oder Verlustgeburten (den Begriff hat eine Follower*in vorgeschlagen, merci 🙂 ) gehört, als ich ungefähr 7 oder 8 Jahre alt war. Meine damalige Erzieher*in im Hort war plötzlich doch nicht mehr schwanger. Sie hat „es“ verloren, wurde gesagt- wie einen Stock oder Hut. Auch die frühere Freundin meines Vaters verlor ein Kind. Das befruchtete Ei würde einfach abgestoßen und raus kommen, wurde mir gesagt. Aber wie und wann, habe ich gefragt. Naja in die Toilette. Seitdem habe ich mir immer ein Hühnerei in der Toilette vorgestellt, plop. Kein schönes Bild, aber auch kein allzu bedrohliches. Seitdem hat sich mein Wissensstand nicht wirklich weiterentwickelt, wenn es um das Thema geht. Doch ich weiß, dass es eben kein Hühnerei ist, dass man das frisch befruchtete Ei auch durch eine Blutung verlieren kann, aber dass das nicht immer so ist, vor allem nicht nach mehreren Wochen und dass der Verlust einer Schwangerschaft eine schlimme Erfahrung sein kann (aber auch nicht muss- was genauso ok ist) , die viele Menschen machen und über die sehr wenig gesprochen wird, was es wohl noch schlimmer machen kann. Von einer Fehl- oder Verlustgeburt spricht man laut Techniker Krankenkasse übrigens, wenn:

„Als Fehlgeburt (Abort) bezeichnet man den frühzeitigen Verlust einer Schwangerschaft vor der 22. bis 24. Schwangerschaftswoche (SSW) oder ein totgeborenes Kind, dessen Geburtsgewicht unter 500 Gramm liegt. … Wie häufig Fehlgeburten sind, ist schwierig zu bestimmen. Bei etwa 10 bis 20 Prozent der schwangeren Frauen kommt es zu einer Fehlgeburt“  TK

Da ich mittlerweile nicht am eigenen Leib, aber durch viele mir nahe Menschen erfahren habe, wie häufig Verlustgeburten vorkommen und wie viele Menschen sich damit alleine fühlen, folgt nun mal wieder ein Artikel mit vielen Interviews und verschiedenen Erfahrungsberichten. Read it if you like 🙂

P.S.: Ich habe die Interviews nicht gegendert und gelassen, wie sie waren. Trotzdem möchte ich sagen, dass nicht nur Frauen! schwanger werden können, dass auch Menschen mit Uterus nicht schwanger werden können etc.

 

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Kritische Männlichkeit, Dating und Scheiße

Ok, ich gebe es zu. Ich date zumeist hetero Cis Männer. Also Männer, denen bei Geburt „Mann“ zugeordnet wurde und die sich auch so identifizieren und hetero „Beziehungen“ leben. „Beziehungen“ in Anführungszeichen, da die meisten keine Beziehungen wollen, sondern jemanden der irgendwie da ist und sich kümmert und mit dem es eine Art Geborgenheit gibt, es gleichzeitig aber nicht allzu viel Verbindlichkeit geben darf, weil „HILFE“, das bedeutet ja Verantwortung und das kann man nicht, weil Baum. Naja, eigentlich, weil man das nicht gelernt hat und irgendwie keinen Zugang zu seinen Gefühlen hat und als Junge blöd sozialisiert wurde. Geschenkt. Stimmt nämlich. Wenn Mann jetzt aber über 30 ist, sehe ich das langsam nicht mehr ein. Check deine Männlichkeit! Du bist erwachsen, du hattest genug Zeit dazu.

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Religion und Feminismus ?!

Ich bin nicht religiös aufgewachsen. Ich bin nicht getauft. Ich hatte immer Skepsis gegenüber der Kirche und habe mich mit dem, was ich unter Religion verstehe nie wohl gefühlt. Aber gerade deshalb hat es mich schon immer interessiert, wie andere das nicht haben können. Wie sie glauben, warum sie glauben. Wie Glauben etwas Schönes sein kann. Was überhaupt Glaube ist, was Religion, was Kirche etc. und wie sich das unterscheidet – denkt man Feminismus intersektional, ist es wichtig anzuerkennen, dass Feminismus für alle FLINT* (Frauen!, Lesben, Trans, Inter *) bzw. alle Menschen ist. Dass diese Menschen verschiedene aufgewachsen sind und in unterschiedlichen Kontexten nach Feminismen suchen – dass wir diese Kontexte anerkennen müssen. Auch wenn viele religiöse Systeme eine ganze Menge patriarchale Kackscheiße mit sich bringen, würde ich mir eine befreite Gesellschaft doch so vorstellen, dass es eben keine Staatsreligion gibt, keine Missionierung, aber die Freiheit nebeneinander und miteinander unterschiedliche Glaubens sein zu können. Da ich aber nicht weiß, wie Menschen mit ihrem Glauben umgehen, wie sie darin feministisch sind und nicht für andere sprechen kann, habe ich mich mal wieder an ein paar Interviews mit verschiedenen Menschen gewagt.. den ersten Teil habe ich bearbeitet und die anderen Interviews folgen 🙂 Here you go:

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Ein kurzer Rant!

Die gute Frau Schröter hat vor einiger Zeit eine Konferenz zum Thema Kopftuch organisiert. Nun gibt sie ein Interview in der taz, das den angeblichen Kampf, der jungen gegen die alten Feminist*innen (die alten benutzen das * nicht, oder?) voran treibt – die Jungen (nicht Jungen, sondern jungen Feminist*innen), das bin wohl auch ich, stellen sich gegen Alice Schwarzer. Warum? Weil sie es sich traut, offen über “den Islam” zu sprechen. Das sagt zumindest Schröter- und die Alice, die sagt es auch. Aber eh, nein. Das ist nicht der Grund. Der Grund ist, dass beide fleißig ihre Rassismen hegen und sich weigern, diese zu hinterfragen. Ah und, dass sich beide wohl mit den Umständen in diesem Land abgefunden haben. Dass sie das Patriarchat nicht mehr so schlimm finden, denn:

Nach 150 Jahren Frauenbewegung und der Etablierung der postkolonialen Theorie an den Universitäten haben sich die Machtverhältnisse fundamental geändert. In einigen Bereich dominieren Männer zwar noch, doch in anderen herrscht Gleichberechtigung und in wieder anderen lässt sich sogar eine Benachteiligung von Männern feststellen ­– wenn sie etwa bei Einstellungen per se ausgeschlossen werden oder nicht an Mentoringprogrammen partizipieren. Wir leben außerdem nicht mehr in Zeiten, in denen Rassismus salonfähig war. Was mich aber an der Figur des „alten weißen Mannes“ am meisten stört, ist die Stigmatisierung von Personen aufgrund von Dingen, die unveränderbar und der Person inhärent sind: Geschlecht, Alter und Hautfarbe. Das ist definitiv ein Merkmal des Rassismus.” (Schröter, taz)

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Das melancholische Mädchen.

Ich habe eine Anfrage bekommen, ob ich etwas über den Film „Das melancholische Mädchen“ schreiben möchte. Dass hat bei mir (jaja, schon wieder) eine innere Debatte darüber ausgelöst, ob und wie ich nun Werbung manchen will. Dazu habe ich nun zum Glück auch ein paar mehr Gedanken und konkrete Ideen für diesen Blog. Auch durch den Austausch mit der Regisseurin Susanne Heinrich, mit der ich im Folgenden ein Interview zu ihrem Film gemacht habe. Zur Transparenz: Es gab kein Geld und ich mache es als Support für einen Film und ihre Macher!nnen. Und auch, weil ich denke, dass der Film ein paar Leuten da draußen gefallen wird 🙂 Gerne hätte ich einige Fragen und Debatten noch vertieft, aber dies ist per Mail leider nicht ganz leicht. Trotzdem hoffe ich, dass sie verschiedene Denkprozesse anstoßen können.

Aber nun zum Interview mit Susanne:

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