Das melancholische Mädchen.

Ich habe eine Anfrage bekommen, ob ich etwas über den Film „Das melancholische Mädchen“ schreiben möchte. Dass hat bei mir (jaja, schon wieder) eine innere Debatte darüber ausgelöst, ob und wie ich nun Werbung manchen will. Dazu habe ich nun zum Glück auch ein paar mehr Gedanken und konkrete Ideen für diesen Blog. Auch durch den Austausch mit der Regisseurin Susanne Heinrich, mit der ich im Folgenden ein Interview zu ihrem Film gemacht habe. Zur Transparenz: Es gab kein Geld und ich mache es als Support für einen Film und ihre Macher!nnen. Und auch, weil ich denke, dass der Film ein paar Leuten da draußen gefallen wird 🙂 Gerne hätte ich einige Fragen und Debatten noch vertieft, aber dies ist per Mail leider nicht ganz leicht. Trotzdem hoffe ich, dass sie verschiedene Denkprozesse anstoßen können.

Aber nun zum Interview mit Susanne:

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Like a Virgin!?

Bevor ich mich an den Artikel zum nicht vorhandenen Jungfernhäutchen setze, frage ich mich erstmal eins:

Jungfräulichkeit, was ist das eigentlich und woher kommt die Idee?

Das Wort Jungfrau stammt aus dem mittelhochdeutschen juncfrou(we) bzw. althochdeutschen juncfrouwa und bezeichnete eine junge Herrin oder ein Edelfräulein. Später wurde daraus allgemein ‘junges, sexuell unberührtes Mädchen’. Als jungfräulich für ‘unberührt, rein, frisch’“ (Wikipedia)

Also ich bin nicht mehr frisch und ihr vielleicht auch nicht. Naja, macht ja nichts- aber eigentlich kann Sex ja auch viel Spaß machen, deshalb frage ich mich schon, warum er eher mit Unreinheit verbunden wird als, sagen wir mal Gärtnern, Handwerken oder Backen? Zudem wird bei jeder Recherche deutlich, dass viele, die heute von Jungfräulichkeit sprechen, schnell das Klischee der bösen, zumeist muslimischen Familie herausgraben, die junge Mädchen! unter Druck setzt, dabei aber wie zufällig die christliche Kirche mit ihrer ewigen Jungfrau Maria oder Britney Spears, die in den USA uns auch hier lange als sexy Jungfrau (oi) vermarktet wurde, vergessen.

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Beyond Beautiful- eine kleine Buchrezension

Vor einigen Wochen bekam ich eine Anfrage, ob ich ein Buch geschickt bekommen möchte. Eh, klar 😉 Aber mir ist diese Bloggerwelt ja immer noch nicht so ganz geläufig. Also ja, was ist die Frage? Ich soll am besten etwas über das Buch schreiben, oder? Naja, also noch mal nachgefragt und einen netten Austausch gehabt. Ich kann etwas schreiben, muss aber nicht und darf alles sagen, was ich will. Na gut. Keine Bezahlung. Nicht so gut- könnte Geld gebrauchen, ist auch eine Menge Arbeit. Und ich bin mir immer noch nicht sicher, wie ich das mit der Werbung handhaben soll- auf jeden Fall aber transparent. Nun wisst ihr also Bescheid. Habe zudem eine kleine Umfrage bei Instagram gemacht und da 95% aller befragten gerne etwas über das Buch wissen wollten und es mir dann auch ein bisschen Spaß gemacht hat, zu stöbern, folgt nun eine kleine Rezension von: Beyond Beautiful / Autorin: Anuschka Rees. Illustrationen: Marina Esmeraldo (so auch dieses GIF). / Dumont Verlag.

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Eifersucht?! Beziehungen und so.

In letzter Zeit beschäftige ich mich viel mit dem Thema Eifersucht bzw. mit den verschiedenen Ansprüchen an Beziehungen. So steht einerseits die Kritik an der heteronormativen Zweierbeziehung und zum anderen der Anspruch an sexuelle Offenheit und die Absage an Eifersucht. So kann ich zumindest den Druck in meinem Kopf beschreiben, wenn es um das Thema geht. Einerseits möchte ich Sicherheit und bloß keine sexistische Scheiße erleben, andererseits möchte ich nicht, dass Sex immer nur mit sexistischer Scheiße besetzt- sondern offen und schön ist. Auch in Hetero-Beziehungen. Also was tun? Kann man da überhaupt etwas tun?

Ich habe mich letztens an eine Szene aus meiner Jugend erinnert. Ich komme um 17 Uhr aus der Schule, mache mir einen Cappuccino mit Milka oder Toblerone Geschmack (Pfui) und schalte Pro7 ein (noch mal Pfui) .Taff. Ich bin 16 oder 17. Auf dem Fernseher läuft ein Beitrag über Männer, die in Klappstühlen am Strand sitzen mit einem Bier in der Hand und einem albernen Strohhut auf dem Kopf, um den sie noch eine Plastikblumenkette in Deutschlandfarben gewickelt haben. Gegenüber von ihnen stehen 5 Frauen, die sich erst gegenseitig bewerten (Platz 1 bis 5) und dann von den Männern bewertet werden, die dann ihre eigene „Reihenfolge“ festlegen. Dabei fallen oft Begriffe, wie „süße Häschen“, „zu specki specki“oder „dein Hintern war einfach zu flach“. Es gibt mehrere Runden. Busen, Beine, Po und Intelligenz. Ich habe sogar ein Video bei YouTube gefunden, also teilt gerne meine Sozialisation mit mir:

(Ok, das mit den Strohhüten und dem Bier habe ich wohl dazu gedichtet oder es war in einer anderen spannenden Episode dieses wundervollen Formats)

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Radical Softness

Emotionen werden zumeist dem Rationalen untergeordnet. Wir sollen nicht weinen, nicht schreien, nicht komisch emotional werden – lieber alles schön sachlich angehen. Ganz ohne Drama. Und ja, Drama ist anstrengend. Zuweilen zu viel. Allerdings ist das Abschotten der eigenen Gefühle keine Alternative für mich. Es hat lange gedauert, bis ich akzeptieren konnte, dass ich nicht immer fröhlich bin, kein „Sonnenschein“ bin, wie man es gerade als Kind/Mädchen häufig sein soll- dass ich nicht nur liebenswert bin, wenn ich glücklich bin. Die Radical Softness Bewegung fordert mehr Emotionen- sagt, dass Emotionen etwas radikales haben. Etwas politisches. Dass ist in der Linken zumeist noch nicht angekommen. Auch im Feminismus in vielerlei Hinsicht nicht. Tough sein, knallhart, cool- ist irgendwie eher die Devise. Dabei werden negative Gefühle, wie Zorn zugelassen- ok fair enough, ist wichtig! Gerade im Feminismus- lernen wir doch Wut zu unterdrücken, gerade als Frauen*. Doch dadurch macht sich häufig eine Gefühllosigkeit breit, eine Kaltschnäutzigkeit, die das „Tough sein“ so hoch hängt, dass Zartheit nicht mehr zugelassen werden kann. Ich zitiere da gerne Hannah Gadsby:

„I don`t get it. Why is insensitivity something to strive for? I happen to know that my sensitivity is my strength. (…) So anytime someone tells me to „stop being so sensitive“ I feel a little bit like a nose, lectured by a fart.“

(aus ihrem Programm „Nanette“ bei Netflix)

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Über Blasen und Toiletten

Alle Menschen haben eine Blase, einen Anus, eine Harnröhre und die verschiedensten Öffnungen- alle müssen pinkeln und kacken, aber niemand mag so richtig darüber sprechen. Ok, ist auch nicht so mega pleasant, aber geht uns halt doch alle irgendwie an. Ich leide z.B. seit Jahren- vor allem in meiner Jugend- an chronischen Blasenentzündungen, an extremen Druck in der Blase, besonders wenn ich nervös bin und habe schon die nervigsten Prozeduren über mich ergehen lassen. ÄrztInnen, die mich nicht ernst genommen haben, Blasenspiegelungen (ich bin absolut nicht gläubig, aber ich habe zu meiner feministischen Gött*in gebetet, dass es schnell aufhören möge, denn ich persönlich mag es nicht, Stäbe in der Harnröhre zu haben- kein Urteil, just personal) und trank hunderte Liter Cranberry Juice jeden Tag, die übrigens verdammt teuer sind. Manches hat geholfen, manches nicht. Jedenfalls hätte ich mich manchmal gerne mehr darüber ausgetauscht, da es ja doch ein paar Sachen gibt, die unterstützend sein können und die tägliche Qual beenden. So now: Let`s talk about our bladder.

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PILLEPALLE

Ich hab schon mal über die Pille geschrieben und hatte das Thema damit für mich erstmal abgeschlossen, aber vor kurzem wurde ich von Kathrin Ahäuser kontaktiert, die mit http://www.pillepalle.info ein spannendes Projekt gestartet hat. In verschiedenen Kurzfilmen berichten Frauen*, GynäkologInnen und weitere Expert*innen über ihre Erfahrung mit der Anti-Baby-Pille. Auch auf ihrer Instagram-Seite (https://www.instagram.com//pillepalle_info/) teilt sie regelmäßige Infos zu diesem Verhütungsmittel- so wusste ich z.B. nicht, dass man sich bei profamilia zum Thema Pille beraten lassen kann. Auch gibt es eine Anwender*innenkarte, die Gyns eigentlich austeilen sollten etc. etc. etc.  Für mich persönlich ist die Pille schon lange keine Option mehr, aber bei Verhütungsmitteln handelt es sich um eine persönliche Entscheidung, die von vielen Faktoren abhängig sein kann. Um diese möglichst gut zu treffen, sollten Informationen möglichst leicht zugänglich sein, sodass eine gute Aufklärung möglich ist und auch kritische Faktoren nicht unter den Tisch fallen. Also habe ich ein kleines Interview mit Kathrin über die Pille geführt, das vielleicht einige interessieren könnte, die sich bei dem Thema unsicher sind 🙂

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