Queermed – Ein Verzeichnis für queer- und transfreundliche Ärzt*innen & Therapeut*innen

Heute gibt es mal wieder ein kleines Interview 🙂

Und zwar zu: https://queermed-deutschland.de/

Was das ist, erfahrt ihr hier:

Hey 🙂 Wer bist du und wofür ist queermed da?
Mein Name ist Sara, bin Ende 20 und bin über viele Umwege letzten Endes
ins Online Marketing gerutscht. Eigentlich hab ich Geschichte und
Archäologie studiert, also ist der Sprung zum Online-Marketing schon
etwas größer gewesen.  Queermed Deutschland ist ein Verzeichnis für
queer- und transfreundliche Ärzt*innen und Therapeut*innen, welches seit
Ende Mai 2021 live ist.


Warum ist dieses Verzeichnis so wichtig?
Es soll für alle Menschen möglich sein, gesundheitliche Vorsorge und
Hilfe in Anspruch nehmen zu können. Ohne Angst vor Diskriminierung. Bei
einer behandelnden Person, mit der man mit Angst vor Diskriminierung
begegnen, obwohl man in dem Moment sich hilfesuchend in deren Hände
begibt, kann dazu führen, dass man Ärzt*innenbesuche generell meidet.
Vielleicht auch immer häufiger.
Dabei funktioniert das Verzeichnis mit anonymen Empfehlungen, welche
über die Website abgegeben werden können. Im Fragebogen werden eine
Vielzahl von Fragen gestellt:  Von den Kontaktdaten,  zum
Behandlungsspektrum der behandelnden Person (Allgemeinmedizin,
Psychotherapie, Endokrinologie, HNO etc. ) oder Praxis bis zum
Empfehlungsspektrum. Dabei ist das Verzeichnis nicht nur auf
Empfehlungen für Menschen aus der LGBTQIA* – Community fixiert. Über die
Optionen im aktuellen Fragebogen kann auch hinterlegt werden, ob die
behandelnde Person auch für Muslim*innen, POCs, 
mehrgewichtige/wenigergewichtige Menschen, Menschen mit positivem
HIV-Status und anderen Punkten empfohlen werden kann.
Falls sich eine Option nicht im aktuellen Fragebogen wiederfindet, gibt
es freie Felder zum Ausfüllen.
Die Empfehlungen sollen wie reale Empfehlungen von Freund*innen sein,
denen auch eher vertraut werden kann . Ärzt*innen können dort keine
eigenen Einträge erstellen. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, sich
über instagram oder Kontaktformular auf der Website an mich zu wenden,
falls eine bestimmte Empfehlung nicht mehr auf der Website sein sollte.

Wie bist du dazu gekommen, das Verzeichnis anzulegen?
Eine Freundin hatte mich auf Instagram auf eine Story verwiesen, in dem
über queermed.at berichtet wurde, dem Verzeichnis für queer- und
transfreundliche Ärzt*innen & Therapeut*innen in Österreich. Ich hab mir
die Website angeschaut und habe direkt gedacht: „Haben wir das auch
hier? Warum kenne ich das nicht?“ Darüber und über Linus Gieses Buch
habe ich dann auch von gynformation.de erfahren, was sich auf
Empfehlungen für gynäkologisch tätige Ärzt*innen spezialisiert hat. Ich
hatte mit beiden Projekten Gespräche geführt, darüber, wie sie sie auf
die Beine gestellt haben und ob sie wissen, ob es bereits ein
deutschlandweites Pendant zu queermed.at gibt. Meine Befürchtung zu
Beginn war nämlich, dass ich eine Website aufbaue, die es irgendwo
bereits gibt und somit doppelte Arbeit getan wäre. Da dies nicht der
Fall war, wollte ich dieses Verzeichnis anlegen. Beide Projekte und die
Menschen dort haben mich bei all meinen Fragen unterstützt und sich viel
Zeit genommen. Dafür bin ich immer noch sehr dankbar.
Zusätzlich hatte ich sehr viel Unterstützung von Bekannten und
Freund*innen, die mich an mehreren Punkten unterstützt haben und mir
Steine aus dem Weg geräumt haben.
Durch meine tägliche Arbeit mit Websites und meinen Kenntnissen im
Websitebau wollte ich versuchen, ein userfreundliches Verzeichnis
aufzubauen, welches simpel im Design ist und durch dessen einfaches
Themes die Aufrufbarkeit der Website auch mit schlechterem Internet
keine großen Schwierigkeiten darstellen sollte.
Zusätzlich soll die Website mit immer mehr Themen befüllt werden und
nicht nur ein reines Verzeichnis bleiben. Mit Julius von queermed.at
haben wir einen Leitfaden für einen diskriminierungssensiblen Umgang mit
Patient*innen veröffentlicht, der Themen anspricht wie etwa Gendern, wie
die Ansprache in allen möglichen Medien online und offline gestaltet
werden sollte bis hin zum Allyship.



Kann man sich beteiligen / unterstützen?
Empfehlungen sind die größte Hilfe, die die Website gebrauchen kann. Nur
mithilfe von Empfehlungen können andere Menschen medizinische Hilfe in
Anspruch nehmen. Dazu müssen aber auch mehr Menschen von diesem
Verzeichnis erfahren, also ist jede Form von Werbung super hilfreich.
Bisher haben mir sehr viele Astas und verschiedenste Organisationen aus
der LGBTQIA* – Community geholfen und das Projekt über soziale Medien
geteilt. Es sind auch Sticker / Flyer geplant, um auch die Reichweite
offline zu vergrößern.
Ansonsten ist konstruktives Feedback gerne  erwünscht, denn nur so
profitiert das Projekt langfristig.

Danke für dasInterview und deine Arbeit ❤

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