Black Solidarity Cologne. Ein Interview.

Gerne möchte ich meine Plattform teilen und verschiedene Perspektiven sichtbar machen. Heute gibt es deshalb ein Interview mit @blacksolidaritycologne ❤

Wollt ihr euch kurz vorstellen – euch und eure Initiative/Gruppe/Idee?

Wir sind Quish (she|her) und Zumba (he|his), wir sind beide BPoC und
leben beide in Köln und betreiben das Projekt Black Solidarity Cologne
auf Instagram. Ich (Quish) bin überwiegend für den Inhalt verantwortlich
und Zumba ist mein stiller „Mann“ im Hintergrund der mich unterstützt
wenn ich ihn brauche, er sucht zum die Bilder für unsere Posts aus oder
erstellt Bilder aus meinen Ideen wie bei dem Post über den Begriff
„weiße Minderheit“


Wann und warum habt ihr euch „gegründet“
?

Ich habe als Non-Transitioning Black Transwoman of Color und Hijabi
eigentlich mein ganzes Leben mit Oppression zu tun gehabt. Der Umstand,
dass ich unter einer Lernschwäche, Hypersensibilität und einer
generalisierten Angststörung leide, macht mir den Umgang mit anderen
Menschen nicht gerade leicht.

Obwohl ich schon sehr lange politisch interessiert bin, ist es mir daher
sehr schwer gefallen bei Gruppen Anschluss zu finden, entweder war man
dort nicht sensibilisiert für meine Lebensrealität oder hat mich
aufgrund der Tatsache, dass ich kein Abitur habe und nicht studieren
kann nicht ernst genommen.

Als ich Zumba 2018 auf einer Veranstaltung für BIPoC im Club Bahnhof
Ehrenfeld kennen gelernt habe, fühlte ich mich das erste mal verstanden
und akzeptiert. Er hat mich auch ermutigt meine Ideen, die ich
größtenteils selber erarbeitet habe zu verbreiten.

Nach dem rassistischen Mord an George Floyd waren wir auch zusammen auf
der BLM Demo und dort musste ich feststellen, dass ich mich nicht
wirklich angesprochen fühle.

In meiner Wahrnehmung haben die meisten Teilnehmer*innen entweder einen
toxisch männliches Verhalten an den Tag gelegt, den Protest von Weißen
besetzten lassen oder mit ihrer weißakademischen Sprache
Bildungshierarchien geschaffen, die Marginalisierte nicht scheinbar
nicht erreichen wollen.

Daher haben wir uns entschlossen eine Seite zu schaffen die die Sprache
von denen spricht die nicht gehört werden und verbreiten was in unseren
Herzen und nicht in Büchern steht.


Wen wollt ihr erreichen?

Im Grunde natürlich jede*n, weil rassistische Herrschaftsstrukturen
jeden betreffen, ob man darunter leidet oder davon profitiert.

Da ich vor allem das beschreibe was ich als multioppressed PBoC fühle
und wie ich die Zusammenhänge begreife und benenne, spreche ich
vorrangig zu Menschen, die diese diese Empfindungen ebenfalls erleben
und wie ich. Dabei nutze ich Begriffe auch oft anders als im
akademischen Bereich wenn sie mir richtig erscheinen. Der Bildungbetieb
ist von Weißen erschaffen worden, daher müssen wir unseren eigenen
Gegenentwurf dazu erschaffen und uns gegebenenfalls auch Ihre Begriffe
aneignen.

Ein Sprichwort aus meiner Heimat besagt: „Das Herz kann nicht lesen was
auf dem Papier steht, aber das Auge kann fühlen was das Herz schreibt.“

Was wollt ihr erreichen?


Wir wollen vor allem Wahrnehmung erreichen, für Menschen, ihre Gefühle
und Empfindungen. Der Kreislauf der Gewalt, welcher durch das Konstrukt
„Wissen“ erhalten wird. Wer von Wissen redet, erschafft damit
gleichzeitig „Unwissende“ und marginalisiert sie damit. Dabei ist das
einzige was wir wissen können in unser aller Herzen und dieses Wissen
ist für jeden anders. Wissen im weißen Sinne verbietet diese
Vielfältigkeit und beraubt uns unserer Identität.

Wir träumen von einer friedlichen und gewaltfreien Welt in der Meinungen
und Gefühle ausgetauscht und keine „Tatsachen“ geschaffen und zerstört
werden.

Aber fürs erste sind wir auch zufrieden wenn wir ein paar Leute
erreichen können 🙂

Was wünscht ihr euch von Menschen, die eure Inhalte lesen, von
Aktivist*innen etc.
?

Für BIPoC, Trans- und Queerpersonen, Muslime und alle marginalisierten
wünschen wir uns, dass sie sich bei uns verstanden und empowered fühlen
um den Struggle bewältigen zu können.

Von Weißen erwarten wir, dass sie zuhören und annehmen was wir sagen und
ihre Stimme nutzen um unsere Ansichten zu transportieren, dass sie sich
ihrer Privilegien bewusst werden und auch ihre Schuld Uns gegenüber
anerkennen und aktiv Wiedergutmachung in Form von bedingungsloser
Unterstützung leisten.
Vor allem aber dass sie einsehen, dass sie uns nicht zu kritisieren
haben, weil unsere Wahrheit eben unsere Wahrheit ist die nur weil sie
die nicht spüren, heißt dass nicht, dass unsere Wahrnehmung nicht realer
ist als was in ihren Büchern steht.

Möchtet ihr noch etwas sagen ?


Wir BIPoC müssen bei allen Erfolgen die wir zuletzt hatten begreifen,
dass diese Welt nicht unsere ist.

Wir haben sie zwar gebaut, aber unter Zwang und in Ketten nach Bauplänen
die weiße Männer auf weißem Papier entworfen haben.

Jetzt ist es an der Zeit unsere eigene Welt zu entwerfen und sie von den
Weißen für uns bauen lassen, wie unsere Ahnen es für sie getan haben.
Nur dass sie es freiwillig tun werden, wenn sie merken dass es keine
Gerechtigkeit geben kann solange es Weiße gibt und dazu brauchen wir
eine Verständnis von Menschheit das die Unterscheidung zwischen Schwarz
und Weiß nicht kennt. Ich habe dieses Verständnis in der Umma gefunden,
aber letztlich ist es unbedeutend ob man die Einsicht aus sich selbst,
aus anderen oder aus dem Koran gewinnt solange wir für das richtige
kämpfen ist das Schicksal auf unserer Seite.

Danke für eure Worte –> folgt und unterstützt: @blacksolisaritycologne

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