Why can`t I love myself?

Ach es ist bitter manchmal. Immer in den gleichen Struggles zu stecken. Da ist so neues Jahr und man denkt sich, das ändert sich nun, ich mach das jetzt anders- zack bumm ist dann aber der Januar rum und man ist noch genau derselbe Mensch. Ok, das ist auch keine Überraschung, weil man weiß ja schon, dass es sich eh nie magsich ändert, aber ein bisschen hofft man es eben doch und die Hoffnung stirbt zuletzt, right?

Naja, da sitzt man da dann also so im Januar und fragt sich, warum man die selben Fehler immer wieder wiederholt, warum man Menschen in sein Leben lässt, die einem nicht gut tun, warum man sich selbst und seine Wünsche nicht akzeptiert, sondern sich selbst im Weg steht und sich die immer wieder gleiche Erfahrung abholen muss. Warum man nicht gut zu sich ist? Sich nicht zugesteht, dass man etwas Gutes verdient. Warum man sich selbst, oh Graus, gar nicht so liebt. Naja, ich kann es euch jetzt sagen, denn ich habe die Antwort auf Wiktionary.org gefunden. Es ist, haltet euch fest: Das Patriarchat. Ha!

Vielleicht sind wir gar nicht selbst Schuld daran, dass wir uns nichts zugestehen, vielleicht ist es gar nicht so einfach, sich selbst zu lieben und sich anzunehmen, zu akzeptieren wer man ist, wenn man sich mal folgende Liste ansieht, über die ich letztens zufällig beim irgendwas googeln gestolpert bin:

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Dies alles sind Zuschreibungen, die man als weiblich gelesene/sozialiserte Person / Frau! so erfüllen kann oder könnte- oder eben auf gar keinen Fall erfüllen darf. Überhaupt habe ich das Gefühl, es gibt für mich kein Bild, in das ich passen kann oder will- und auch beim Aufwachsen in der Jugendzeit gab es kein cooles „Frauenbild“ an dem man sich orientieren konnte. Bloß keine Matratze (ey, das ist einfach der sexistischste Begriff ever) sein, keine Schlampe, keine Bitch, keine Tussi, nicht die Olle von jemandem, keine Prinzessin, keine dumme Kuh, keine Hure, keine Heilige, nicht zu laut und anstrengend, aber auch nicht zu still und leise (vom Aussehen will ich gar nicht erst anfangen! Nicht dick, aber auch nicht dürr, keine zu großen Brüste, keine zu kleinen, Rassismen und Exotisierung kommen für viele auch dazu-tadaa!). Mit dem Erwachsen werden, wird das auch nicht besser. Bloß keine Alte sein, keine Mutti, never, keine Ehefrau, keine alte Schachtel, keine ewige Jungfer, kein Ehedrachen oder keine Schwiegermutter.

Es gibt in unserer Gesellschaft einfach keine Begriffe für Frauen!/weiblich sozialisierte Personen, die nicht entweder übersexualisiert oder entsexualisiert sind. Die einfach irgendwie menschlich, ohne Sexualisierung (ist das ein Wort?) funktionieren. Die nicht beschissen sind.

Wendet man sich an den („aktuellen“) Feminismus, wird es leider auch nicht besser. Da kommt nämlich, auch in queeren Kreisen die kapitalistische Vereinamung dazu: Boss Bitch, Boss Ass Bitch, Boss Babe, Powerfrau… sorry ey, kann ich nicht erfüllen. Ich bin nämlich ein kleiner soft bird- zerbrechlich manchmal und leidend oft. Und manchmal auch stark, ja- und manchmal auch bossy und direkt. Ich habe starke Meinungen und vertrete diese, aber ich habe auch Ängste und muss andauernd lernen, immer wieder für mich selbst einzustehen, weil man das in unserer Gesellschaft nicht lernt. Man ist viel zu sehr damit beschäftigt irgendetwas nicht zu sein- denn es gibt keinen Begriff für Frauen!, der tatsächlich positiv besetzt ist. Ehefrauen sind langweilig. Huren schlecht. Tja und für das was man wirklich ist; ein komplexes Wesen – dafür gibt es kein Wort, keinen Begriff kein Bild.

Vielleicht ist es halt einfach deshalb nicht so leicht, sich zu lieben? Weil man nichts erfüllen kann und will und irgendwie verloren geht in Ansprüchen, wie man nicht zu sein hat? Mein letzter Partner wollte ein cooles Antifagirl, das immer tough ist und keine Ansprüche oder zu viele Gefühle hat (wenn ihr eins findet, gebt gern Bescheid) und mein letztes Date saß mir gegenüber und sagte, er stehe auf strake und selbstbewusste Frauen (ohoh, in meinem Kopf geht der Druck los, bloß eine starke Frau sein zu müssen- also strake Frau heißt ja immer immer immer stark sein- nicht nur manchmal, oder?) und so würde ich auch wirken. Haha, lol. Also ja stark. Aber nicht Abziehbild stark. Man ist manchmal stark, wenn man jeden Tag z.B. gegen Sexismen kämpft und für sich selbst, aber man ist doch nicht „die starke Frau“.

Was ich damit sagen will ist, dass ich das Gefühl habe, dass uns andere und wir uns selbst gar nicht zugestehen mehr zu sein als eine Rolle- oder eben bloß NICHT eine bestimmte Rolle. Ich habe z.B. riesen Druck eine starke Frau! zu sein und große Angst, bloß nicht die dumme Prinzessin oder ein kleines Häschen zu werden, das nicht alleine klarkommt. Dabei kann ich gar nicht ich selbst sein. Denn egal ob Antifagirl oder Milf. Das alles sind nur leere Hüllen, patriarchal und sexistisch geprägte Bilder, in die wir uns rein- oder aus denen wir uns rausquetschen. Ich jedenfalls habe mich dabei selbst verloren, in den Ansprüchen von anderen und in den eigenen, die mir einverleibt wurden- also auch wieder fremd sind.

Also ist es vielleicht nicht meine Schuld, dass ich meinen Weg nicht so recht finde, nicht für mich einstehen kann, dass mir die Liebe zu mir selbst schwer fällt, dass ich mir nicht zugestehe, wer ich bin und was ich brauche. Vielleicht ist es einfach die Schuld des Patriarchats, das uns gar keine wirklichen Rollen und Entwürfe zugesteht, die funktionieren könnten, die nicht negativ besetzt sind, die befreiend und schön sein könnten, die nicht nur „weiblich“/generell binär, sondern menschlich sind, die uns als Mensch begreifen, der nicht immer stark oder nicht zu schwach sein darf.

Naja ein gutes Fazit kann ich da gerade auch nicht draus ziehen, außer dass ich aufhören werde, diese Begriffe zu verwenden oder Menschen zu treffen, die diese auf mich projizieren (ciao dating) und auch dass ich mir nicht mehr so sehr selbst daran die Schuld geben werde, dass ich mich manchmal verloren und schwach fühle. Und das ist ja schon ein Schritt hin zur Selbstliebe und weg von sexistischer Kackscheiße.

The End.

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Quelle:

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