Period Supplies

Unsere Perioden sind so divers wie wir selbst. Wir haben verschiedene Bedürfnisse und es gibt kein richtiges oder falsches Utensil für die Periode. Hier aber ein ein kleiner Überblick und ein paar Erfahrungen:

Tampon

Das Wort Tampon bedeutet so viel wie Pfropfen oder Stöpsel und kommt aus dem Französischen. Die Offizielle Produktion von Tampons in der heute bekannten Form begann erst im 20. Jahrhundert, obwohl es schon vor einigen tausend Jahren ähnliche Hilfsmittel gab. Die Ägypter*innen benutzten z.B. eingerollte Papyrusblätter oder Gräser während ihrer Menstruation. Auch im alten Griechenland wurde Holz oder Papier in gerollter Form verwendet. Erst 1929 wurde der Tampon aus Watte mit Rückholbändchen erfunden, allerdings kaum verkauft. Zu groß war die Angst, dass dieser Stöpsel die Jungfräulichkeit gefährden könnte. Ja das wäre wirklich schlimm. Doch auch wenn sich dieser Irrglaube bis heute an mancher Stelle noch hält, lief es dann doch irgendwann ganz gut für die Tampons. 1950 kamen sie auch in Deutschland auf den Markt. (Quelle: Kleen, Heike / Das Tage Buch / 2017 / Heyne)

So und nun ein paar Fakten:

  • Tampons zu benutzen ist teuer. Ein Tampon kostet zwischen 3 und 8 Cent (https://www.dm.de/pflege-und-duft/damenhygiene/tampons/). Wenn ich also mit 5 Cent rechne und ca. 4 Tampons am Tag auf 5 Tage lege (ein Durchschnittswert, den ich NICHT einhalte – Ich bräuchte definitiv mehr) kostet mich das ganze 48 Euro im Jahr. Und wenn man seine Tage stärker oder länger hat, kommt noch einiges hinzu. Auch für Zwischenblutungen fallen immer wieder kosten an.
  • Tampons zählen zur Kategorie „Bedarfsgegenstände“ und unterliegen daher keiner Deklarationspflicht. Somit finden wir meist nur den Inhaltsstoff „Baumwolle“ auf der Packung, obwohl der Tampon oft mit Polyester, Polyethylen und/oder Polypropylen umgeben ist, um die Einführung zu erleichtern. Auch wenn diese Stoffe mittlerweile seltener verwendet werden, beinhalten Tampons doch weiterhin Plastik oder werden in diesen verpackt. Zudem werden die Tampons gebleicht, ein Vorgang der viel Wasser und Energie verbraucht.
  • Die synthetischen Fasern der Tampons zudem mit dem Toxischen Schocksyndrom (TSS) in Zusammenhang gebracht. Dieses kann allerdings auch durch Menstruationstassen ausgelöst werden.

Ich selbst bin kein großer Fan von Tampons und fühle mich sehr unwohl, wenn ich sie benutze. Ich habe das Gefühl, dass ich beim Tragen schneller eine Blasenentzündung bekomme, dass sie Trockenheit hervorrufen und zudem fühle ich mich nachts nicht besonders sicher. Zudem nervt es mich, jeden Monat zusätzlichen Müll zu produzieren. Aber wie schon gesagt, das ist ja bei jeder* anders und für viele ist der Tampon die beste Alternative.

Binden

Auch die Binde hat eine lange Tradition. Weltweit benutzen Menschen, die ihre Periode hatten, sich auch schon vor Jahrhunderten Stoffe oder Papier, um ihr Menstruationsblut aufzufangen. Diese wurden mit Schals oder Gürteln und Bändern befestigt und regelmäßig ausgewaschen. Schon im 19. Jahrhundert wurden die ersten bindenähnlichen Produkte produziert. Zum Beispiel aus Torf oder Holzwolle. Im frühen 20. Jahrhundert wurden Binden in Massen produziert und erhielten irgendwann die Form, in der wir sie heute kennen.

Genau wie Tampons, kosten Binden jeden Monat Geld und produzieren eine Menge Müll. Zudem sind sie mit Plastik versetzt. Sie können jedoch in verschiedenen Situationen äußerst sinnvoll sein. Menschen, die z.b. unter Vaginismus leiden, bleibt häufig keine andere Wahl. Auch bei einer besonders starken Periode, kann die Binde eine gute Ergänzung darstellen. Vor allem in der Nacht. Auch bei der ersten Periode ist sie vielleicht erstmal angenehmer.

Menstruations-Unterwäsche

Mittlerweile gibt es Unterhosen, die das Blut auffangen und wie eine Binde funktionieren, allerdings ist diese quasi integriert und immer wieder auswaschbar.

Hier meine Rechnung der Firma Thinx (momentan, soweit ich richtig informiert bin, die einzige Möglichkeit um Perioden-Unterwäsche zu bestellen, außer ein paar seltsamen Optionen bei Amazon):

discount
subtotal
shipping
tax
total
$0.00
$38.00
$9.00
$0.00
$47.00

Das ganze kostet also um die 40 Euro plus Zoll, da die Unterhose aus den USA geliefert wird. Somit kommt man dann doch auf 50 Euro. Zudem gibt es einige negative Berichterstattung, um die Firma Thinx, die man vor dem Kauf bedenken kann (https://www.thisisjanewayne.com/news/2017/03/29/thinx-period-underwear-ein-feministisches-unternehmen-das-frauenfeindlich-agiert/).

Ich selbst habe die Unterhose nur einige Male benutzt. Seitdem liegt sie im Schrank und ich habe sie nicht mehr angerührt. Ich trage generell nicht gerne Binden und bei stärkeren Blutungen habe ich mich mit dem Geruch etwas unwohl gefühlt. Zudem ist die Hose schwarz und somit geht das Gefühl dafür verloren, wie viel Blut denn eigentlich geflossen ist. Nach spätestens einem Tag sollte sie gewaschen werden und somit muss man dann doch wieder auf eine Alternative zurück greifen oder sich gleich um die 5 Unterhosen bestellen, was dann doch ganz schön ins Geld geht.

Für Menschen, die gerne Binden benutzen, kann die Periodenunterhose aber eine gute Alternative darstellen, die weniger Müll produziert.

Die Menstruatiostasse 

Die Mesntruationstasse kommt mit vielen Namen daher: Ruby Cup, Luna Cup, Lunette, Queen Cup usw. usw. Sie wurde bereits 1937 erfunden, schaffte es aber erst in den letzten Jahren, Fuß in unseren Vaginas zu fassen. Für mich stellt sie bisher die beste Alternative zum Tampon da und ich möchte sie nicht mehr missen.

Hergestellt aus Silikon, kann man sie bis zu 12 Stunden tragen. Auch wenn es am Anfang einiges an Übung bedarf, ist die Menstruationstasse leicht einzuführen und auszuwaschen. Sie sollte regelmäßig abgekocht werden und gibt einen guten Überblick über Stärke, Farbe und Geruch der Periode. Auch wenn viele sich damit vielleicht nicht beschäftigen wollen, empfinde ich es als sehr befreiend, einen neuen Zugang zum eigenen Blut zu gewinnen und das ganze nicht allzu sehr vor sich selbst zu verstecken. Auch nachts mache ich mir keine Sorgen mehr, dass Blut in meinem Bett landet, da ich einen guten Überblick darüber gewonnen habe, wie viel welche Tasse auffängt und wie lange ich „safe“ bin. Dabei ist aber zu erwähnen, dass es einige Modelle gibt, die sich nicht richtig „entfalten“ und irgendwie zusammengekrümmt in der Vagina liegen und somit kein Blut auffangen. Hier sollte man selbst probieren, bei welchen Modellen dies nicht passiert. Bei mir gibt es da große Unterschiede.

Preislich liegt eine Tasse zwischen 15 und 30 Euro und kann für viele Monate getragen werden.

Generell sollte bedacht werden, dass TSS ( das Toxisches Schocksyndrom) auch durch die Menstruationstasse ausgelöst werden kann und auf Hygiene geachtet werden muss. Also Hände waschen und nicht über 12 Stunden in sich lassen.

Free Bleeding

Ich habe mich noch nicht allzu sehr mit Free Bleeding beschäftigt. Soweit ich mir einen Überblick verschaffen konnte, speist sich die Idee, alles einfach frei und ohne Hilfsmittel laufen zu lassen, aus verschiedenen Ideen. So kann sie als Methode gelesen werden, sich von Period-Shaming und patriarchaler Unterdrückung zu befreien oder einfach als Kennenlernen des eigenen Körpers und der Menstruation. So kann wohl Periodenblut, genau wie der Urindrang, gespürt werden und abgelassen werden, wenn nötig. Der Beckenboden gilt als Hilfsmittel, um das Blut zu halten. Auch wenn es dabei nicht um Kontrolle geht, hört sich das nach sehr viel Arbeit an. Als politische Aktion klingt es für mich also spannender, denn als monatliche Methode. Hab auch so schon so viel Arbeit.

Aber ich lasse mich gern eines Besseren belehren 🙂

So don’t be ashamed and carry on… Bye

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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