„Not all men“ is getting boring

Letztens habe ich eine Story bei Intagram gepostet , in der ich mich auf eine dumme Anmache bezog und schrieb: „I hate all dudes. Stop texting me shit.“ Und auch wenn ich dachte, das Thema sei durch und hundert Mal besprochen, bekam ich doch wieder Nachrichten, wie ich denn alle Männer*  in eine Schublade stecken könne und dass das problematisch, ja vielleicht sogar rassistisch sei.

Mmmh, ok. Vielleicht kann ich gerade noch so verstehen, dass wenn man diese Aussage wörtlich nimmt und dass dann irgendwie problematisch findet, weil alle Menschen einer bestimmten Gruppe über einen Kamm geschert werden.

Aber ist es nicht oft genug diskutiert worden, dass es nicht um einzelne Männer* geht, sondern um eine gesellschaftliche Idee von Männlichkeit? Natürlich gibt es Männer*, die sich nicht als solche definieren, nicht an Frauen* interessiert sind, Männlichkeit hinterfragen etc. Aber die Idee von Cis-Männlichkeit ist nach wie vor eine problematische. Wir alle wachsen mit Sexismen auf und tragen diese in uns. Männer* im besonderen Ausmaß. Warum dies also nicht hinterfragen und durchdenken? Sind Männer* nicht in einer gesellschaftlich machtvollen Situation, die es ihnen absolut erlaubt, zu erkennen, dass sie nicht als Einzelperson, sondern als Gruppe gemeint sind? Sie haben doch die beste Position, um entspannt zu sein. Warum also all das Gezeter?

Es geht nicht darum, dass alle Männer* einen blöd anmachen, sexistisch oder übergriffig sind. Es geht aber darum, dass viele es sind uns das ein Ausdruck von Wut wichtig ist. Dass er besagt, euer Verhalten möchte ich nicht mehr akzeptieren. Und das ist mehr als ok!

Toxisches männliches Verhalten und Sexismen betreffen nun einmal alle Männer*. Nicht weil sie es sich so ausgesucht haben oder weil sie einen Penis haben, sondern weil die Gesellschaft sie aufgrund ihrer gesetzten Geschlechtsidentität in eine besondere Rolle bringt, die mit Übergriffigkeit und Machtverhalten einhergeht.

Ob wir es wollen oder nicht, wir alle sind gesellschaftlichen Denkmustern ausgesetzt, die in der einen oder anderen Weise an uns haften bleiben. Das gilt für Rassimus, Sexismus, Ableismus, Trans*feindlichkeit etc.  Aber es gibt ja zum Glück die Möglichkeit, dies zu reflektieren. Genauso wie es die Möglichkeit gibt zu verstehen, dass „I hate all Dudes“ sich nicht auf alle Männer per se, sondern auf ein männliches Verhalten bezieht, das strukturell verankert ist. Eine angebrachte Reaktion darauf, wäre es, verstehen zu wollen, was passiert ist und welche Erfahrungen Frauen* zu Grunde liegen. Die Stärke zu besitzen, zu erkennen, dass man als Person gerade nicht gemeint ist, aber als Gruppe und dass das ok ist, weil es stimmt. Oder dass man als Person sogar gemeint ist, weil man auch schon sexistisches Verhalten an den Tag gelegt hat. Das man trotzdem und gerade dann zuhören sollte.

Ständiges dagegen gehen, bringt eine Person immer wieder in die Rolle sich zu rechtfertigen oder sich als Opfer markieren zu müssen. Dass gilt auch, wenn z.B. eine POC einen Rassismusvorwurf gegen Weiße erhebt, jemand aus der LGBTIQ* Community gegen Heterosexuelle Menschen etc. Ja, fühlt sich erstmal blöd an, angegriffen zu werden, aber man kann ja mal versuchen, darüber nachzudenken. Und schauen, inwiefern der Vorwurf strukturell oder persönlich gemeint ist. inwiefern er zutrifft oder nicht. Aber erstmal laut brüllen: „Wir sind alle voll nett“ bringt nichts. Sind wir nämlich alle nicht.

Also be strong and listen. Und zum Abschluss, bisschen cheesy, aber trotzdem:

Ciao 🙂

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