Period Pain and Intestinal Fun

Meine Verdauung ist ein Idiot. Also auch wenn man den Darm das zweite Gehirn nennt, habe ich das Gefühl, meiner hat sie nicht mehr alle. Ständig habe ich Blähungen, Schmerzen, dann wieder nichts und alles wieder von vorne. Yay! Nach hundert frustrierenden Ärzt*innenbesuchen, ist es irgendwie besser als noch vor ein paar Monaten, aber warum weiß ich auch nicht. Trotzdem ist mir beim Schreiben meiner äußerst spannenden Darmtagebücher aufgefallen, dass meine Verdauung meistens (noch mehr) spinnt, wenn ich meine Periode habe. Da ich da nicht die einzige bin, habe ich in den letzten Tagen mal einige Fakten gesammelt, warum zum Blut jedes Mal noch (mehr) Durchfall, Blähbauch, Pupsen etc. kommt- ja, ist halt so!

Laut Internet und einiger einschlägiger Gynäkologie-Foren wissen Ärzt*innen eigentlich auch nicht ganz so genau, warum Uterus und Darm so eng verknüpft sind- Fakt ist aber, dass sie es sind. Einige Anhaltspunkte gibt es aber doch:

  1. Prostaglandine

Für Krämpfe und Magenbeschwerden sind anscheinend so genannte Prostaglandine verantwortlich. What? Das sind Lipide. What? Noch mal genauer nachgeschaut: Lipide ist eine Sammelbezeichnung für ganz oder zumindest größtenteils wasserunlösliche Naturstoffe, die sich dagegen aufgrund ihrer geringen Polarität sehr gut in hydrophoben Lösungsmitteln wie Hexan lösen. Sagt Wikipedia. Aha!

Nach etwas genauerer Recherche vermute ich (sicher bin ich aber immer noch nicht), dass Lipide Fette sind, bzw. u.a. Fette und Prostaglandine irgendwie auch. Bzw. noch mal genauer sind es Gewebshormone, die das Körpergewebe herstellt, wenn es gereizt wird und die aus unterschiedlichen Fettsäuren gebildet werden. Sie sind dafür verantwortlich, Blutungen im Körper zu stoppen und sorgen dafür, dass die Muskeln sich zusammenziehen. Wenn ein Mensch mit Uterus also die Periode bekommt bzw. der Eisprung stattfindet und Teile des Gebärmuttergewebes abgestoßen werden, verursacht diese Reizung eben die Produktion von Prostaglandinen, die dann wiederum dafür sorgen, dass sich das Muskelgewebe zusammenzieht. Ergo: Krämpfe. Zudem wandern wohl manche heimlich ab und machen einen kleinen Ausflug in den Darm, um dort auch noch ein bisschen Spaß zu haben. So kommt es also zu weiteren Reizungen und der Darm führt schneller ab.

Außerdem scheint auch das (Gelbkörper-)Hormon (hier bin ich mir doch relativ sicher, dass es wirklich einfach ein Hormon ist, aber was genau ist eigentlich ein Hormon? Naja, egal, erstmal.) Progesteron Einfluss auf den Darm zu nehmen. Es wird von den Eierstöcken produziert, kontrolliert unseren Zyklus und verdickt die Wände des Uterus. In der zweiten Hälfte des Zyklus steigt seine Produktion im Körper stark an, weil die Gebärmutterschleimhaut abgebaut wird, wenn die Eizelle unbefruchtet bleibt. Dieser starke Anstieg hat auch Folgen für den Rest unseres Körpers und führt im Darm häufig zu Verstopfungen. Wird dann aber das unbefruchtete Ei abgestoßen, wird auch das Progesteron abgetragen und wirkt dann muskelentspannend, also abführend.

Da beide Systeme (Magen-Darm-Trakt und Uterus) eng miteinander verbunden sind, führt viel Aktion in einem zu viel Aktion im anderen. Hat Mensch übrigens eh schon ein Reizdarmsyndrom, kann dies während der Periode stark verstärkt auftreten. Hurrah!

Was, wie, wann und warum hilft muss wohl selbst herausgefunden werden, leider. Bei manchen kann die Pille helfen (ich bin sehr froh, diese seit Jahren nicht mehr zu nehmen), bei machen Ibuprofen oder Paracetamol (schlägt auch nicht so auf den Magen wie Aspirin, sagt zumindest meine Mutter). Manche sagen auch vegane Ernährung bzw. Schonkost und kleine Mahlzeiten seien unterstützend (nur blöd, wenn man dann gerade noch mehr Lust auf Pommes hat) und helfen, zumindest den Magen-Darm zu beruhigen. Ich habe zwar nicht so das Gefühl, dass es mir in veganen Phasen besser ging, aber who knows. Viel Tee/Wasser trinken und wenig Zucker, Koffein, Nikotin konsumieren, sind die allgemein bekannten Tipps. Hat man einen regelmäßigen Zyklus, kann man vielleicht schon ein paar Tage vor Einsetzen der Blutungen ein bisschen vorsichtiger essen. Hat man unglaublich viel Glück und eine/n gute/n Gynäkolog*in/en, erfährt man in Beratungen vielleicht noch ein bisschen mehr.

Ich finde es schon mal bereichernd zu wissen, dass Magen-Darm und Uterus anscheinend ganz gute Freunde sind, da es erklärt, warum bei mir alle beide meistens nur Quatsch und Chaos veranstalten. Vielleicht entspannt sich der eine, wenn auch der andere wieder etwas zur Ruhe kommt. Gibt mir auf jeden Fall schon mal einen Anhaltspunkt. Better than nothing. Generell erlebe ich es als bereichernd, mich mehr mit meinem Körper und damit auch mit meinem Uterus auseinanderzusetzen, um die Funktionen und Vorgänge meines Körpers (zumindest ein bisschen) zu verstehen. Wichtig finde ich es auch, dass wir über unseren Schmerz, unsere Krämpfe und auch über unseren Durchfall reden. Also wenn wir wollen. Denn so können wir Wissen anhäufen, uns gegenseitig unterstützen und herausfinden, was helfen kann. Ein Tabu hilft nicht, also: Talk about your pain!

P.S.: Hormone sind Informationsübermittler und bestehen entweder aus Eiweiß oder aus Fett. Sie bilden sich in den Drüsenzellen des Körpers und gelangen durch das Blut an sogenannte Rezeptoren, also Andockstellen, die ihre Informationen aufnehmen. In den Eierstöcken werden Testosteron, Östrogen und Progesteron gebildet. Sie kontrollieren unseren Zyklus und können auch für Stimmungsschwankungen und (wie wir nun wissen) Schmerzen verantwortlich sein.

2 Gedanken zu „Period Pain and Intestinal Fun“

  1. Ich kenne mittlerweile auch viele Menschen mit dem gleichen Problem und es ist schon gut zu wissen, nicht alleine zu sein, auch wenn ich natürlich niemandem Bauchweh wünsche 😉 Es hilft auf jeden Fall darüber zu sprechen uns sich auszutauschen.

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